Ruinen der Dresdner Frauenkirche

Ruinen der Dresdner Frauenkirche (1945)

Kommendes Wochenende – 65 Jahre nach der Bombardierung Dresdens – steht der Elbmetrople wieder mal eine heftige Auseinandersetzung bevor. Schon im Vorfeld hatte der Streit über den Blockadeaufruf linker Splittergruppen gegen die Veranstaltung der NPD-nahen Jungen Landsmannschaft Ostdeutschland zu hochemotionalen politischen Schlagabtäuschen geführt. Daß dadurch die Trauer- und Gedenkveranstaltung der besonnenen bürgerlichen Dresdner in den Hintergrund gedrängt wird, offenbart, daß das seit nunmehr 20 Jahren wiedervereinte Deutschland seinen inneren Kompass immer noch nicht gefunden hat.

Wiedererrichtete Frauenkirche zu Dresden

Wiedererrichtete Frauenkirche zu Dresden

Der Artikel Wie Dresden zerstört wurde in der Preußischen Allgemeinen Zeitung zeigt auf, wie sehr sich die Opferzahlen im Laufe der Zeit politisch geändert haben. Im Jahre 1955 sprach man in der kommunistisch geführten DDR noch von bis zu 300.000 Toten, weil die Tatsache, daß die Sowjets eben nicht zu Flächenbombardements deutscher Städten gegriffen hatten die Angloamerikaner und damit „den Westen“ in einem schlechten Licht darstellte. Mittlerweile geht man von weit weniger Toten aus; als Zahlen werden 18.000 bis 25.000 genannt.

Robert Vansittart

Robert Vansittart

Während das Gros der unpolitischen Bürger heute am liebsten alles vergessen möchte, gießen westlich gewendete Kommunisten Öl ins Feuer und gehen dabei so weit, von den „bleibenden Verdiensten Bomber-Harris“ zu reden und mit dem „anderen Deutschland“ die deutsche Opposition gänzlich zu leugnen. Als Ausgangspunkt ihrer Überlegungen dienen ihnen dabei die Flügelkämpfe linkssozialistischer Splittergruppen, die sich seinerzeit im britischen und amerikanischen Exil befanden und von denen nicht wenige große Weisheit in Robert Vansittarts als „Black Records“ bekannt gewordenen Thesen zu finden glaubten.

Nicht alle jedoch: Willy Brandt, der sich damals in Schweden im Exil befand, sprach aus, daß Vansittarts intellektuell verbrämte Hasspredigten der »Hitlerschen Rassenlehre sehr nahe verwandt« waren. Der spätere Bundeskanzler hatte erkannt, daß in dieser von Januar bis März 1941 über die BBC verbreiteten Propaganda faktisch der selbe Geist wohnte, wie in dem, was die nationalsozialistische „Forschungsgemeinschaft“ Ahnenerbe damals zu Papier brachte. Wie absurd es ist, daß die Antideutschen diesen Unrat heute wieder ausgraben, um sich darin zu suhlen, zeigt nicht zuletzt, daß für den Wiederaufbau der Frauenkirche auch erhebliche Spenden aus Großbritannien geflossen sind.

Willy Brandt, damals noch Herbert Frahm, im schwedischen Exil (2.v.l.)