Unter Die Krisis des späten Liberalismus und Die Überwindung des Liberalismus gibt es zwei überaus lesenswerte Aufsätze von Ernst Michel von Mai und Juni 1935 aus der Monatsschrift „Hochland“.

Titelblatt der Hochland. Ausgabe Mai 1935

Diese beiden Aufsätze dokumentieren nicht nur wie sich gläubige Katholiken gegen den totalitären Geist gestemmt haben. Sie geben indirekt auch ein beeindruckendes Stimmungsbild für die Zeit vor der nationalen Revolution von 1933 — Worthülsen wie „Machtergreifung“ für dieses Ereignis zu verwenden, dürfte ein Fehler sein: es wurde damals als “nationale Revolution” bezeichnet und kann auch nur so überhaupt begriffen werden. Freilich ging aus dieser Revolution genauso wenig Gutes hervor, wie aus jeder anderen Revolution. Aber man kann der deutschen Geschichte nicht gerecht werden, wenn man sich nicht traut, ihr ins Auge zu blicken; auch den Menschen von damals wird man damit nicht gerecht. Was am 30. Januar 1933 (oder meinetwegen auch am 28. Februar) stattfand, hatte einen enorm langen Vorlauf. Wer die Zeit davor ausblendet, der wird auch nicht begreifen können, wie es zu dieser nationalen Revolution kam.

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