Bischof Walter Mixa: Über Gebrauch und Mißbrauch erzieherischer Gewalt Dienstag, Apr 20 2010 

SteinigungIm Zusammenhang mit der Mediendebatte um Bischof Mixa will ich etwas aus meiner eigenen Kindheit erzählen: Meine Mutter hat mich und meine Schwester tatsächlich nie geschlagen — mit einer einzigen(!) Ausnahme: ich war in der ersten Klasse und bin mit meiner zwei Jahre älteren Schwester über eine Strecke von gut drei Kilometern auf einer vielbefahrenen Bundesstraße mit dem Rad in einen entfernteren Ort gefahren. Grund war, daß wir eine Lehrerin besuchen wollten, was uns bzw. eigentlich meiner Schwester irgendwie eingefallen war. Als wir dort waren wurden wir ordentlich bewirtet und riefen auch daheim an — wohl weil die Lehrerin gar nicht auf unseren Besuch vorbereitet war und sich daher bei unseren Eltern erkundigen wollte, wie es denn käme, daß wir unangemeldet diese lange und gefährliche Strecke gefahren sind; unsere Mutter hatte aber gar nichts davon gewußt! Bis zu dem Zeitpunkt dachten wir uns überhaupt nichts Böses und sind diese Strecke dann sogar auch wieder zurückgefahren. Daheim gab es dann aber ein riesiges Donnerwetter, bei dem uns unsere Mutter auch richtig versohlt hatte … (mehr …)

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Gedanken zur Geschichtspolitik anläßlich der Predigt Bischof Müllers in Regensburg Mittwoch, Mrz 31 2010 

Das Erinnern des Regensburger Bischofs Gerhard Ludwig Müller an die Demonstrationen des katholischen Frauenbundes in Regensburg und Amberg im Jahre 1941 anläßlich der im Zusammenang mit den bekannt gewordenen weit zurückliegenden Mißbrauchsfällen gegen die Kirche gerichteten Medienkampagne hat einiges an Empörung hervorgerufen. Es hieß, es brächte nichts hier mit „NS-Vergleichen“ zu argumentieren und gehöre sich vor allem auch nicht.

Nur was ist eigentlich ein „NS-Vergleich“? — Gemäß StGB §130 handelt es sich dabei um das Verharmlosen einer „unter der Herrschaft des Nationalsozialismus begangene Handlung der in § 6 Abs. 1 des Völkerstrafgesetzbuches bezeichneten Art“. Nachdem die Kampagnen der damals gleichgeschalteten Presse darin nicht aufgeführt sind, kann bei der Predigt Bischof Müllers auch keine Rede von einem „NS-Vergleich“ sein; allein darauf hatte er sich ja bezogen. Es kann somit bei dieser Empörung nur darum gehen, daß man der römisch-katholischen Kirche keine eigenständige Wortmeldung zur Lesart der deutschen Geschichte zugestehen möchte.

Wohl immer schon und überall war die Deutung der Geschichte ein heiß umkämpftes Thema. Der Grund ist, daß darin das Selbstverständnis einer Gesellschaft zum Ausdruck kommt und auf dem Wege der Geschichtsdeutung somit auch indirekte Weichenstellungen in die Zukunft vorgenommen werden. Begreift man diese Weichenstellung als alleinige Domäne der Politik, so wird man freilich zu dem Schluß gelangen, daß die Kirche keinerlei Anrecht auf derartige Wortmeldungen haben könne. — Ist es aber verantwortbar, die primär an kommerziellen Interessen ausgerichteten Medien selbstherrlich über die hierzu veröffentlichte Meinung bestimmen zu lassen?

Um vergleichbare Fragen wurde auch in der Anfangszeit der NS-Herrschaft gestritten. Im Frühjahr 1935 hatte ein Vortrag des nationalliberalen Historikers Hermann Oncken „über die Wandlungen des Geschichtsbildes in revolutionären Epochen“ zu heftigen, persönlichen Angriffen durch Walter Frank im „Völkischen Beobachter“ gegen ihn geführt. Der Streit drehte sich damals darum, daß Oncken die von den Nationalsozialisten seinerzeit offen propagierte „kämpferische Geschichtswissenschaft“ in Frage gestellt hatte. Oncken vertrat, daß es durchaus eine objektive Geschichtswissenschaft gibt. Er stelle sich somit gegen die politische Vereinnahmung der Wissenschaft und verlor am Ende seine Professur.

Auf den ersten Blick scheinen die repressiven Vorfälle von 1935 und die des Jahres 2010 nichts miteinander zu tun zu haben. Wo es heute um die Freiheit des bischöflichen Wortes auf der Kanzel geht, ging es damals um die Freiheit der Wissenschaft. Eine Gemeinsamkeit gibt es dennoch: sie liegt darin, daß in beiden Fällen ein politisch motivierter Angriff auf die Vielfalt der veröffentlichten Meinung vorliegt und daß zutiefst kirchenfeindliche Kräfte die Wortführer sind.

Vier neue Titel im Schriftenarchiv Dienstag, Mrz 16 2010 

Der Alte Kaiser erzählt. Hrsg. Dr. Kurt Jagow
Dr. Kurt Jagow: Der Alte Kaiser erzählt, Berlin 1939 (als PDF)

Preußisches Lesebuch. Von Harald von Koenigswald
Harald von Koenigswald: Preußisches Lesebuch, München 1966 (als PDF)

Apokalypse. Sonette von Reinhold Schneider
Reinhold Schneider: Apokalypse. Sonette, Baden-Baden 1945 (als PDF)
Die Heimkehr des deutschen Geistes. Von Reinhold Schneider
Reinhold Schneider: Die Heimkehr des deutschen Geistes. Über das Bild Christi in der deutschen Philosophie des 19. Jahrhunderts, Baden-Baden 1946 (als PDF)

Stiftung Preußische Schlösser und Gärten ruft 2010 zum „Luisenjahr“ aus Mittwoch, Mrz 10 2010 

Anläßlich des 200. Todesjahres von Königin Luise ruft die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten das Jahr 2010 als Luisenjahr aus. Bis heute erkennen Historiker einmütig an, daß Königin Luise ein Schlüsselrolle zufiel, als es galt, Preußen nach der schweren Niederlage in der Schlacht von Jena und Auerstedt am 14. Oktober 1806 vor dem inneren Kollaps zu bewahren. Legendär ist auch die Begegnung Luises mit Napoleon Bonaparte am 6. Juli 1807 in Tilsit.

Luisenjahr 2010

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Nepal: Repressionswelle gegen Monarchisten nach Verfassungsreferendum Donnerstag, Feb 25 2010 

IMC: Nach einem Apell der monarchistischen Parlamentspartei Rastrya Prajatantra Party Nepal (RPP-N) strömten am 22. Februar tausende nepalesischer Monarchisten nach Kathmandu. Die Demonstranten, die sich für eine von zwei Millionen Unterzeichnern unterstütze Volkspetition für ein Verfassungsreferendum einsetzen, besetzten das Zentrum der nepalesischen Hauptstadt und brachten sie so zum Erliegen.

Berichten zufolge kam es zu zahlreichen Zusammenstößen, bei denen Hunderte festgenommen worden sein sollen. Nach den uns vorliegenden Berichten soll es sich um bis zu 600 Bürger handeln. Unter den Festgenommenen befinden sich Führer und Repräsentanten der RPP-N.

Nepalesen setzten sich für die konstitutionelle Monarchie ein

Nepalesen setzten sich für die konstitutionelle Monarchie ein

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Käßmann: Das Ende der Verständnis- und Empörungskultur? Donnerstag, Feb 25 2010 

Nach dem Rücktritt von Frau Dr. Käßmann gibt es hier einen lesenswertern Kommentar.

So viel Staub wie der Fall Käßmann aufgewirbelt hat, könnte er eine Art Zeitenwende einleiten.

Reinigendes Gewitter

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Perestroika auf amerikanisch? Dienstag, Feb 23 2010 

Zu allen Zeiten und in allen Gesellschaften hat es tabuisierte Themen gegeben. Wer die Schuld auf sich lädt, sich dennoch mit solcherlei Fragestellungen zu befassen, wird mit Flüchen überschüttet und mit peinlichen Befragungen konfrontiert. Zu Zeiten Tertullians wußte man noch, daß es törischt und gedankenlos ist, sich über die Existenz häretischer Lehren zu wundern und zum positiven Umgang mit ihnen geraten: Statt sie mit Feuer und Schwert zu bekämpfen, sollten sie als Herausforderung begriffen werden und als Gelegenheit zur Bewährung dessen, was die eigene Überzeugung eigentlich lehrt. Wäre es so gesehen also gerade die harte Hand der kirchlichen Inquisition, die für das rasende Wüten moderner Ideologien im Europa des 20. Jahrhunderts verantwortlich war, weil sie deren Hervorbrechen so lange so erfolgreich verhinderte? Wenn jedenfalls die Geschichte etwas lehrt, so ist es dies, daß die Mißachtung kritischer Stimmen und deren dumpfe Unterdrückung noch jedesmal zu schlimmen politischen Fehlern geführt haben.

Obama

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Weiterer Monarchist im Iran verhaftet Montag, Feb 22 2010 

RW: Als grauenhafte Fortsetzung nach der Hinrichtung zweier Monarchisten, hat die Islamische Republik Iran den 26-jährigen Omid Dana, einen Bewunderer des letzen Schahs, verhaftet.

Omid Dana

Omid Dana

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Schönheitsoperation, Darmoperation, Bachblütentherapie oder Sterbehilfe? Sonntag, Feb 14 2010 

Man kann alle wirtschaftlichen, staatlichen, physischen Katastrophen überleben, nicht aber geistige. Wenn wir uns aufgeben, wenn wir aufhören an uns, an unsere Zukunft zu glauben, dann sind wir erledigt.

Dieses Zitat, mit dem sich Alexander Solschenizyn vor allem auf sich und das eigene Leben bezog, läßt sich in gleicher Weise auch auf die russische oder die deutsche Nationen anwenden.

Innenraum einer Gulag-Baracke

Innenraum einer Gulag-Baracke

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Russische Monarchisten demonstrieren in Irkutsk Sonntag, Feb 14 2010 

ALEGISTA: Die Aktivitäten russischer Monarchisten sind vielfältig und nicht auf die Hauptstadt beschränkt. Am Samstag gab es in der sibirischen Stadt Irkutsk eine Demonstration gegen die Reaktivierung einer Papier- und Zellstofffabrik (pulp and paper) am Baikalsee, bei deren Organisation der Russischen Reichsbund Orden mitgewirkt hatte.

Baikalsee

Baikalsee

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