Objektive vs. kämpferische Geschichtsschreibung Samstag, Mrz 27 2010 

Wer bei geschichtlichen Themen mitunter das Gefühl hat, daß einseitig argumentiert wird, dem kann der Artikel Grenzen und Befugnisse der Geschichtswissenschaft in der Ausgabe Februar 1935 der Weißen Blätter empfohlen werden. Er dokumentiert die Angriffe im Völkischen Beobachter durch Walter Frank auf den nationalliberalen Historiker Hermann Oncken, die zu dessen Zwangsemeritierung führten, und vermittelt ein Bild über die damit aufgeworfenen Grundsatzfragen: Unter Berufung auf Leopold von Ranke, dem Begründer der modernen Geschichtswissenschaft, verteidigt Anton Ritthaler die Möglichkeit einer objektiven Geschichtsschreibung — die Nationalsozialisten vertraten dagegen den Ansatz einer „kämpferischen Geschichtsschreibung“.

Leopold von Ranke (1795-1886)

Leopold von Ranke (1795-1886)

Geschichtspolitische Posse zu Sachsenherzog Widukind in Lingua Tertii Imperii Dienstag, Mrz 16 2010 

Wer sich mit der deutschen Geschichte befaßt hat, weiß, wie umstritten die Unterwerfung der Sachsen durch Karl den Großen ist. Bis heute wird das Thema leidenschaftlich diskutiert, weil hier ja christliche Missionierung und ein Eroberungskrieg augenscheinlich verquickt waren.

Sachsenherzog Widukind und Karl der Große

Sachsenherzog Widukind und Karl der Große

Auch während der Zeit des „dritten Reiches“ wurde heftig darum gerungen:

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Die Hohe Zeit des mittelalterlichen Kaisertums Samstag, Mrz 13 2010 

Von Johannes Spörl

Der Weihnachtstag des Jahres 800, an dem Papst Leo III. dem Frankenkönig Karl die römische Kaiserkrone aufs Haupt setzte, war ein Schicksalstag der abendländischen Geschichte. Der junge Staat der Franken war legitimer Erbe des christlich-römischen Imperiums geworden, jenes Weltreiches, das nach Überzeugung des Mittelalters bis ans Ende der Zeiten dauerte.

Kaiserkrönung Karls des Großen

Kaiserkrönung Karls des Großen

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Stiftung Preußische Schlösser und Gärten ruft 2010 zum „Luisenjahr“ aus Mittwoch, Mrz 10 2010 

Anläßlich des 200. Todesjahres von Königin Luise ruft die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten das Jahr 2010 als Luisenjahr aus. Bis heute erkennen Historiker einmütig an, daß Königin Luise ein Schlüsselrolle zufiel, als es galt, Preußen nach der schweren Niederlage in der Schlacht von Jena und Auerstedt am 14. Oktober 1806 vor dem inneren Kollaps zu bewahren. Legendär ist auch die Begegnung Luises mit Napoleon Bonaparte am 6. Juli 1807 in Tilsit.

Luisenjahr 2010

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Von den Urwurzeln des Bolschewismus Dienstag, Mrz 2 2010 

In der Ausgabe Mai/Juni 1939 der Weißen Blätter gab es einen Aufsatz zu diesem Thema.

Gulag-Arbeiter

Zwangsarbeit im Gulag zur Schaffung des "neuen Menschen"

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Zu den Vergewaltigungen deutscher Frauen durch die Rote Armee Samstag, Feb 27 2010 

Der Spiegel berichtet anläßlich einer Buchveröffentlichung erstaunlicherweise über Massenvergewaltigungen durch die Rote Armee. Das Fazit läßt sich so zusammenfassen, daß die Deutschen allesamt selbst schuld gewesen seien. Im Focus gab es 2009 einen Artikel, der dieses Zerrbild nicht gelten läßt. Grundlage für den Artikel waren u.a. die Forschungsergebnisse der englischen Historikerin Catherine Merridale.

Die Rote Fahne über Berlin (1945)

Die Rote Fahne über Berlin (1945)

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Käßmann: Das Ende der Verständnis- und Empörungskultur? Donnerstag, Feb 25 2010 

Nach dem Rücktritt von Frau Dr. Käßmann gibt es hier einen lesenswertern Kommentar.

So viel Staub wie der Fall Käßmann aufgewirbelt hat, könnte er eine Art Zeitenwende einleiten.

Reinigendes Gewitter

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Perestroika auf amerikanisch? Dienstag, Feb 23 2010 

Zu allen Zeiten und in allen Gesellschaften hat es tabuisierte Themen gegeben. Wer die Schuld auf sich lädt, sich dennoch mit solcherlei Fragestellungen zu befassen, wird mit Flüchen überschüttet und mit peinlichen Befragungen konfrontiert. Zu Zeiten Tertullians wußte man noch, daß es törischt und gedankenlos ist, sich über die Existenz häretischer Lehren zu wundern und zum positiven Umgang mit ihnen geraten: Statt sie mit Feuer und Schwert zu bekämpfen, sollten sie als Herausforderung begriffen werden und als Gelegenheit zur Bewährung dessen, was die eigene Überzeugung eigentlich lehrt. Wäre es so gesehen also gerade die harte Hand der kirchlichen Inquisition, die für das rasende Wüten moderner Ideologien im Europa des 20. Jahrhunderts verantwortlich war, weil sie deren Hervorbrechen so lange so erfolgreich verhinderte? Wenn jedenfalls die Geschichte etwas lehrt, so ist es dies, daß die Mißachtung kritischer Stimmen und deren dumpfe Unterdrückung noch jedesmal zu schlimmen politischen Fehlern geführt haben.

Obama

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Krimkrieg: Europas erstes Verdun Donnerstag, Feb 11 2010 

Unter dem Titel Krimkrieg: Europas erstes Verdun (1853-1856) gibt es einen interessanten Artikel von Dr. phil. Gerd Fesser.  Der Historiker gibt darin eine Übersicht über die politischen und wirtschaftlichen Gründe für den Krieg, den Verlauf und die Dimension der militärischen Auseinandersetzung und die Folgen seines Ausgangs für Europa.

Erstürmung einer russischen Artilleriestellung durch britische Infanterie

Erstürmung einer russischen Artilleriestellung durch britische Infanterie

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Gedenken und Gedanken zu Dresden Mittwoch, Feb 10 2010 

Ruinen der Dresdner Frauenkirche

Ruinen der Dresdner Frauenkirche (1945)

Kommendes Wochenende – 65 Jahre nach der Bombardierung Dresdens – steht der Elbmetrople wieder mal eine heftige Auseinandersetzung bevor. Schon im Vorfeld hatte der Streit über den Blockadeaufruf linker Splittergruppen gegen die Veranstaltung der NPD-nahen Jungen Landsmannschaft Ostdeutschland zu hochemotionalen politischen Schlagabtäuschen geführt. Daß dadurch die Trauer- und Gedenkveranstaltung der besonnenen bürgerlichen Dresdner in den Hintergrund gedrängt wird, offenbart, daß das seit nunmehr 20 Jahren wiedervereinte Deutschland seinen inneren Kompass immer noch nicht gefunden hat. (mehr …)

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