Die Deutschen neigen oft dazu, ein Wort für ein anderes zu nehmen, als hätten die zwei verwendeten Begriffen ein und dieselbe Bedeutung. Solche falschen Synonyme stiften Verwirrung im Verstand und Mißverständnisse im Dialog. Wirklich verhängnisvoll sind diese Irrtümer der Wortwahl, wenn sie gewollt und gezielt, aus propagandistischen Motiven heraus, künstlich herbeigeschafft werden.

So beispielsweise die Gleichstellung der Wörter Semit und Jude, was den Irrsinn erzeugt, daß antijüdische Araber als „Antisemit“ bezeichnet werden, obschon sie doch selbst Semiten sind. Oder Überzeugung und Fanatismus, welche von gewissen Leuten in religiösen Fragen als Wechselbegriffe verwendet werden. In unserem Fall haben wir es mit der tückischen, keineswegs unschuldigen Verwechslung der Begriffe Republik und Demokratie zu tun. Freilich bezweckt dieser hinterlistige Brauch nichts anderes, als die Diskriminierung der Monarchie, denn er deutet an, daß die Republik das Monopol der Demokratie habe.

Es genügt allerdings daran zu erinnern, daß das Regime des Herrn Hitler eine Republik war, um mühelos die Absurdität dieser Annahme zu belegen. Im übrigen sind Länder wie Großbritannien, die Niederlande oder Schweden nicht gerade solche, die in Sache Demokratie Nachhilfeunterricht benötigen. Nicht den Hochverrätern des 9. November 1918, sondern Kaiser Wilhelm dem Großen verdankt Deutschland Demokratie und Rechtstaatlichkeit. Er gab uns nämlich mit der Einheit auch alle heute noch gültigen Gesetzbücher und ein Parlament, worin alle Deutschen vertreten sind. Nicht die Republik, sondern die Monarchie errichtete für das Parlament ein Reichstagsgebäude, das sich die Republik beeilte niederzubrennen. Und nicht Monarchie, sondern Republik heißt das System, das uns – und nicht nur uns – die Naziherrschaft bescherte. Dies zum Thema „Demokratiemonopol“.

Die erste Eigenschaft der Republiken ist der fortwährend wiederkehrende Bürgerkrieg. Beinahe keine einzige Republik wurde davon verschont, am allerwenigsten die Musterrepublik der USA. Bereits im alten Rom wütete regelmäßig der Bürgerkrieg als eine ewige Plage, bis daß eine Diktatur für eine bestimmte Zeit dem Gemetzel ein Ende machte – allerdings dank eines Blutbades.

In Frankreich sah es nicht anders aus, dort entstand die Republik mitten im Bürgerkrieg und im Massenmord. Nach dem Tode Atatürks war die Türkei an der Reihe. Spanien erging es nicht besser und die Länder Südamerikas werden stets erneut von Bürgerkriegen heimgesucht, ganz zu schweigen von Afrika. Kaum war die Republik da, entbrannte der Bürgerkrieg auch in Rußland, in China und durchaus auch in Deutschland, wo das Spartakistengesindel sein blutrünstiges Unwesen trieb.

Die Ursachen für diese mörderischen Untaten, wo Landsleute, die von Natur aus dazu bestimmt sind miteinander in Eintracht zu leben, sich plötzlich gegenseitig erwürgen, liegen nicht – wie fälschlicherweise oft behauptet – in historisch bedingten Ausnahmezuständen, sondern in der Natur des republikanischen Systems selbst. Sonst wäre in Republiken der Bürgerkrieg nicht systematisch, während er in Monarchien äußerst selten ausbricht und nur aufgrund ebensolcher Ausnahmezuständen.

Da in einer Republik jede politische Autorität ausnahmslos durch Mehrheitsverhältnisse bestimmt wird, empfindet die Minderheit oder die Opposition ein Gefühl der Ohnmacht, der Rechtlosigkeit. Somit entstehen Frust und Zorn die sich aufstauen und irgendwann zur Explosion geraten, erst recht – wie in Afrika ersichtlich – wenn die regierende Mehrheit einer bestimmten ethnischen Gruppe angehört. Deswegen sind die Republiken auf die Stärke ihrer Polizei angewiesen, was erklärt, daß auch in Deutschland der Kanzler eine ganze Armee von Leibwächtern benötigt. Es ist bezeichnend, daß der Kaiser einst in Begleitung zweier Getreuen in den Berliner Tiergarten reiten ging, während sich heute ein Kanzler nur aus Lebensmüdigkeit in ebendenselben Tiergarten schutzlos begeben würde. Meistens endet ein Bürgerkrieg dadurch, daß ein Tyrann diktatorialische Maßnahmen ergreift. Eine Republik mündet daher immer in die Diktatur. In Rom ist die berühmteste Diktatur die des Julius Cäsar, aber alle späteren entstanden auch in einer Republik. Die einzige Ausnahme ist Mussolini.

Frankreich ist durchaus keine Ausnahme, nach der unerhört brutalen Diktatur des Robespierre putschte General Bonaparte und richtete erneut eine Diktatur ein – freilich auch hier nicht ohne Blutbad. Die 2. französische Republik endete auch mit einer Bonapartediktatur, die 3. mit dem Regime des Marschalls Pétain, die 4. ging im durch den algerischen Krieg provozierten Bürgerkrieg unter, und es ist abzusehen, daß die jetzige 5. nicht anders enden wird.

Wie verhängnisvoll war jedoch die Diktatur, die die Bolschewisten in Rußland errichteten, keine hat mehr Morde auf dem Gewissen, und erst recht die Diktatur, die wir dank der Republik auch in Deutschland erdulden mußten. Somit wird auch deutlich, daß die Republiken ohne Morde weder errichtet werden, noch Bestand haben. Es bleibt ein Meisterwerk ideologischer Verblendung, daß die Franzosen ihre Revolution verherrlichen, welche einen der größten Massenmorde der Geschichte verursachte, sowie die erste ethnische Säuberung auf europäischem Boden. Rottete seinerzeit Robespierre die Christen und die Bevölkerung der Vendée aus, und die USA die Indianer Nordamerikas, so blieb die deutsche Republik unter der Kanzlerschaft des Herrn Hitler nicht im Verzug und lieferte in Auschwitz ihren verbrechischen Beitrag zu dieser Erkenntnis.

Da Republiken künstliche Gebilde sind, werden sie meistens sehr böse von der Realität eingeholt. Was das bedeutet, kann man in Rußland oder Jugoslawien sehen: Mit der Republik kommt die Spaltung des Landes, die Zerstückelung dessen, was die Monarchie über Jahrhunderte hinweg mühsam aufgebaut hat. Würde man heute in Großbritannien oder Belgien die Republik einführen, so hätten wir dort binnen kürzester Zeit jugoslawische Zustände. Auch in Deutschland machten sich regionale Unabhängigkeitsbestrebungen breit, sobald die Republik proklamiert worden war und bis vor wenigen Jahren hatten wir auf deutschem Boden zwei verfeindete Republiken.

Uneinigkeit, Bürgerkriege, Diktaturen, Massenmorde – das sind die Werke des republikanistischen Regimes und nichts garantiert uns, daß diese Zustände nicht einst in Deutschland abermals an der Tagesordnung sein werden.

Die Republik in Deutschland

Ein Volk ist nicht ein zusammengehäuftes Bündel Menschen, die der Zufall auf einem Stück Erde nebeneinander gebären ließ, sondern das Ergebnis einer jahrhundertelangen Entwicklung. Diese Entwicklung erzeugt Sprachen, Bräuche, Denkweisen, Charakterzüge und Traditionen, die die Identität eines Volkes bilden.

Eine lange Geschichte ist dazu nötig. Wer diese wesentlichen Elementen berührt, gefährdet die Identität des Volkes und begeht ein Verbrechen gegen die Gemeinschaft – wie es ein Verbrechen ist, was man jüngst mit der deutschen Sprache angestellt hat. Genauso, wie ein König der USA vollends unvorstellbar wäre, weil die amerikanische Tradition in der Republik wurzelt, ist die Republik der deutschen Eigenart fremd, denn sie gehört nicht zu unserer Tradition. Sie tut sich sogar in einem Land wie Frankreich schwer, weswegen dort die angeblichen „Werte“ der Republik stets heraufbeschwört werden, was man nicht nötig hätte, wenn diese sogenannten „Werte“ einen Konsens geschafft hätten.

Der brutale Bruch mit den Traditionen eines Volkes und die Respektlosigkeit gegenüber seiner Eigenart erzeugen nicht zuletzt alle oben erwähnten Übeln. Man sieht an Ländern, wie Irak oder Afghanistan, daß nur Unheil die Folge ist. Abgesehen davon ist die Republik in Deutschland ein Produkt fremder Gewalt, im Lande selbst von Défaitisten und Verrätern durchgesetzt. Abermals waren es die Alliierten, die uns nach dem Zweiten Weltkrieg nicht nur eine, sondern gleich zwei Republiken bescherten: Wir haben doch eine eigentümliche Demokratie hierzulande, wo alles das Wort führen darf, nur das Volk nicht! Denn das deutsche Volk wurde über diese wesentliche Frage nie konsultiert.

Die Republik brachte die Niederlage im Ersten Weltkrieg, das Versailler Diktat, die Diktatur, einen zweiten verheerenden Krieg, die Amputation eines Drittels unseres Landes, die Überantwortung eines zweiten Drittels an den roten Faschisten, die Teilung, eine fehlgeschlagene Wiedervereinigung – das schlimmste Jahrhundert der deutschen Geschichte.

Wie verblendet muß man sein, um dieses Regime zu verteidigen? Mit der Wiedervereinigung ist nun das Grundgesetz… verfassungswidrig, denn es verstand sich von Anfang an als ein Provisorium. Somit leben wir in einem ewigen Provisorium und, abgesehen von irgendwelchen Ureinwohnern, die im Dschungel hausen, sind wir das einzige Volk, das keine Verfassung besitzt. In unserem republikanischen Absurdistan gibt es sogar einen Verfassungsschutz, der etwas Unexistentes schützen soll!

Das Grundgesetz sah vor, daß Ost- und Westdeutsche gemeinsam eine neue Staatsordnung schaffen , und nicht, daß die Sowjetzone einfach anektiert werden sollte. Nun haben wir im Osten des Landes bei vielen das Gefühl entstehen lassen, daß sie Bürger zweiter Klasse seien. Die Tatsache, daß es so bleibt, egal ob die CDU oder die SPD das Wort führt, zeigt, daß wir eine Systemkrise erleiden. Es sind nicht allein die Parteien, die hier versagen, ganz abgesehen davon, daß in ihnen viele redliche Menschen vorhanden sind, wie auch ehrliche Patrioten. Es mangelt ihnen aber an dieser mahnenden Stimme, die sie unterstützen kann und soll, weil sie von Natur aus dazu berufen ist zu einen und zu versammeln. Die Patriotismusdebatte, die stets wieder geführt wird, offenbart zu Genüge die Orientierungslosigkeit der Parteien in einem System, das sie zur Starre und zu falschen Fragestellungen verdammt. Die beste Partei der Welt vermag hier genausowenig, wie das beste Talent je bei der Errichtung einer Autobahn über den Atlantik vermögen könnte. Mit der Monarchie hat Deutschland eine echte Zukunft und es bedarf zu ihrer Wiedererrichtung keines Umsturzes und keiner Revolution, da das Grundgesetz nur geringfügige Änderungen nötig hat, um eine moderne, demokratische Monarchie zu tragen.

Allen, die dieses Unterfangen für eine Utopie halten, sage ich nur mit Baudelaire: „In welcher Geschichte hat man jemals gelesen, daß eine große Sache in einer einzigen Partie verloren gegangen sei?“

Aus: „Waisenkind Deutschland“ von Norbert Ficek