Religionspolitische Sprecherin der bayerischen Grünen Ulrike Gote nicht mehr tragbar Mittwoch, Apr 21 2010 

Nach einem Artikel des Focus behauptet die religionspolitische Sprecherin der bayerischen Grünen Frau Ulrike Gote, daß „der bayerische Ministerpräsident eine Art Vetorecht bei der Ernennung eines Bischofs habe“ und fordert mit Bezug auf das Konkordat des bayerischen Staates mit dem hl. Stuhl von 1924 den bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer auf, dies „jetzt in dem Sinne (zu) nutzen, dass er seine Zustimmung für den Bischof zurückzieht“.

In diesem Konkordat ist aber nirgends von der Notwendigkeit einer „Zustimmung“ des Ministerpräsidenten die Rede. Der hl. Stuhl soll die bayerische Regierung zwar konsultieren, hat aber „volle Freiheit“ (Art. 14. § 1) bei der Ernennung von Erzbischöfen und Bischöfen. Davon, daß das Konkordat eine nachträgliche Rücknahme der „Zustimmung“ ermöglichen würde, kann also überhaupt keine Rede sein.

Ulrike Gote (Grüne)

Ulrike Gote (Grüne)

Auf der Basis muß man Frau Gote wohl als Lügnerin bezeichnen, die als religionspolitische Sprecherin nicht mehr tragbar ist.

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In Memoriam Dienstag, Apr 20 2010 

Von Reinhold Schneider

Wir können der Toten dieses Krieges nicht gedenken, ohne uns der Toten des ersten Weltkrieges wieder zu erinnern. Da es unser Schicksal ist, Zeugen zweier Kriege zu sein, so ist es unsere Aufgabe, niemanden zu vergessen; kein neuer Schmerz soll den alten auslöschen. Alle, die wir betrauern, sind an derselben Stelle gefallen, wo die letzte Hingabe des Persönlichen gefordert wurde; alle haben dasselbe Beispiel gegeben und dieselbe Forderung gestellt. Das Ethos des Lebens und Sterbens in der Geschichte verändert sich nicht. So möchten wir diese Blätter, die dem Andenken eines Toten des ersten Weltkrieges gelten, als ein Zeichen des Dankes an die Toten dieses Krieges bringen dürfen, namentlich auch an die Toten aus unserem Kreise; wir werden unseren Mitarbeiter Dr. Hanns Früchtl und alle, die Anteil an unserer Arbeit nahmen und schon dahingegangen sind, niemals vergessen; sie bleiben in unserem Gedächtnis mit allen verbunden, die uns teuer waren, diesselbe feste Hoffnung steht über ihrer aller Andenken.

Soldatenfriedhof in Frankreich

Soldatenfriedhof in Frankreich

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Bischof Walter Mixa: Über Gebrauch und Mißbrauch erzieherischer Gewalt Dienstag, Apr 20 2010 

SteinigungIm Zusammenhang mit der Mediendebatte um Bischof Mixa will ich etwas aus meiner eigenen Kindheit erzählen: Meine Mutter hat mich und meine Schwester tatsächlich nie geschlagen — mit einer einzigen(!) Ausnahme: ich war in der ersten Klasse und bin mit meiner zwei Jahre älteren Schwester über eine Strecke von gut drei Kilometern auf einer vielbefahrenen Bundesstraße mit dem Rad in einen entfernteren Ort gefahren. Grund war, daß wir eine Lehrerin besuchen wollten, was uns bzw. eigentlich meiner Schwester irgendwie eingefallen war. Als wir dort waren wurden wir ordentlich bewirtet und riefen auch daheim an — wohl weil die Lehrerin gar nicht auf unseren Besuch vorbereitet war und sich daher bei unseren Eltern erkundigen wollte, wie es denn käme, daß wir unangemeldet diese lange und gefährliche Strecke gefahren sind; unsere Mutter hatte aber gar nichts davon gewußt! Bis zu dem Zeitpunkt dachten wir uns überhaupt nichts Böses und sind diese Strecke dann sogar auch wieder zurückgefahren. Daheim gab es dann aber ein riesiges Donnerwetter, bei dem uns unsere Mutter auch richtig versohlt hatte … (mehr …)

Die Wirklichkeit des Glaubens Montag, Apr 19 2010 

Die Wirklichkeit des GlaubensVon Reinhold Schneider

„Und alsbald schrie des Kindes Vater mit Tränen und sprach: Ich glaube, lieber Herr: hilf meinem Unglauben!“ Markus 9, 24

Wenn der Sinn der schweren Schicksale, in deren Bereich die Welt gelangt ist, darin besteht, daß die letzten Werte ihren Bestand erweisen sollen, so ist jede Besprechug dieser Werte von Übel. Wer glaubt, erörtert die Grundsätze seines Glaubens nicht, er stellt sie allenfalls durch sein Leben dar; wer nicht glaubt, verteidigt seine Stellung nicht dadurch, daß er den Glauben in Frage stellt: er ist den Beweis schuldig, daß ein sinnvolleres Leben möglich ist ohne Glauben und kann nur durch den erbrachten Beweis seine Stellung halten. In seinem Buche „Vom südlichen Blütenlande“ erzählt der chinesische Philosoph Dschuang Dsi von dem König von We, der über den Fürsten von Tsi wegen eines Vertragsbruch ergrimmte und ihn erdolchen lassen wollte. Der Kriegsminister hörte von dieser Asicht, „schämte“ sich ihrer und riet zum Kriege; ein anderer Minister verwarf diesen Rat und empfahl den Frieden als Grundlage der Weltherrschaft; der Kriegsminister bringe nur Verwirrung hervor; man dürfte ihn nicht hören. Aber erst der dritte Minister führte den König auf den richtigen Weg mit den Worten: „Wer tüchtig zu reden weiß darüber, daß man den Staat Tsi angreifen solle, der schafft Verwirrung; wer tüchtig zu reden weiß darüber, daß man ihn nicht angreifen soll, der schafft ebenfalls Verwirrung. Und wenn einer behauptet, daß ihn angreifen oder nicht angreifen Verwirrung schaffe, der schafft auch Verwirrung.“

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Zur Medienkampagne gegen Bischof Walter Mixa Montag, Apr 19 2010 

Der Augsburger Bischof Walter Mixa und Claudia Roth, die Führerin des zeitgenössischen Neuheidentums

Der Augsburger Bischof Walter Mixa und Claudia Roth, die Führerin des zeitgenössischen Neuheidentums

Der Schweizer Medienunternehmer Frank A. Meyer bringt heute bei Cicero, dem „Magazin für politische Kultur“, einen Kommentar zur aktuellen Medienkampagne gegen den Augsburger Bischof Walter Mixa. Vorderhand scheint diese sich zwar nur gegen die Römisch-Katholische Kirche zu richten, letztlich zielt sie aber ebenso gegen evangelische Christen. Man muß aber nicht mal Christ sein, um zu erkennen, daß sich der Autor besser entschieden hätte, ob er nun lustig sein will oder tatsächlich etwas sagen möchte. Beides zugleich geht eben nicht und normalerweise sollte man Kommentare, die schon mit populistisch auf die Kirche projezierten Versatzstücken der Genderideologie beginnen, erst gar nicht zu Ende lesen.

Dennoch: Herr Meyer hat richtig erkannt, daß die sog. „vierte Macht“ im Staate sehr deutliche Gelüste zeigt, künftig bei der Benennung und Absetzung von Bischöfen entscheidend mitreden zu wollen — das Stichwort „Investiturstreit“ bringt er selbst — und so die Domäne der Mediokratie auszuweiten. Denn daß die Süddeutsche Zeitung wegen ein paar dummen, möglicherweise sogar verdienten Ohrfeigen nie einen derartigen Zirkus veranstalten würde, ist nun wirklich für jeden offenbar. Daher wird sich Frank A. Meyer auch damit abfinden müssen, daß Bischöfe in der Römisch-Katholischen Kirche allein vom Papst ernannt und abgesetzt werden. Das neuheidnische Fräulein Claudia Roth hat nicht mal ein Mandat hier mitzureden, solange sie nicht offiziell als Gegenpäpstin inthroniert wurde.

Diskriminierung von „Ossis“ kein Verstoß gegen das AGG Freitag, Apr 16 2010 

Nach einem Urteil des Arbeitsgerichts Stuttgart stellt die Ablehnung einer aus der ehemaligen DDR stammenden Stellenbewerberin keine Diskriminierung gemäß Antidiskriminierungsgesetz dar. Ostdeutsche seien kein eigener Volksstamm und könnten sich in solchen Fällen nicht auf das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz berufen, teilte das Gericht am Donnerstag mit. Unter ethnischer Herkunft sei mehr zu verstehen als nur regionale Herkunft. Die Klägerin hatte ihre Bewerbungsunterlagen mit dem Vermerk „kein Ossi“ zurückbekommen.

Abgelehnt wegen ostdeutscher Herkunft

Abgelehnt wegen ostdeutscher Herkunft

Dieses Urteil könnte nun zu einer Änderung des im August 2006 zur Umsetzung einer EU-Richtlinie erlassenen Gesetzes führen.

Polen wehrt sich gegen Präsidenten-Beisetzung in Königsgrab Donnerstag, Apr 15 2010 

Seit gestern wehrt sich Polen gegen die Beisetzung seines bei einem Flugzeugabsturz in Rußland vor wenigen Tagen ums Leben gekommenen polnischen Präsidenten Kaczynski. „Wawel gehört den Königen“ und „Wawel vor Schändung bewahren“ steht auf ihren Transparenten.

Grablege König Kasimirs II. in Wawel

Grablege König Kasimirs II. in Wawel

Manchmal sorgen tragische Zufälle für Wendungen, die niemand hätte vorhersehen können. Vielleicht leitet diese Mißachtung der Würde der polnischen Könige nun ja die Restauration ein?

Friedenswille und Gottesfurcht Mittwoch, Apr 7 2010 

Friedenswille und Gottesfurcht

Von D. Paul Althaus

Nach kritischen Monaten voll drohender Kriegsgefahr hielt der deutsche Kanzler Otto v. Bismarck am 6. Februar 1888 im Reichstage die gewaltige Rede für die neue Wehrvorlage. Vom Inlande und Auslande mit größter Spannung erwartet, wirkte sie unvergleichlich. Deutschland war hingerissen. Die Worte „Wir Deutschen fürchten Gott, aber sonst nichts in der Welt“ zündeten vor allem und bekamen ungeahnte Volkstümlichkeit. Bismarck war darüber sehr erstaunt. Er erklärte später, er habe sich gar nichts Besonderes dabei gedacht, als er im Reichstage das Wort aussprach; es sei ihm durchaus selbstverständlich und natürlich gekommen, und er habe sich nicht träumen lassen, daß daraus ein Schlagwort entstehen würde.

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Wolfgang Benz zum „Widerstand“ im Exil Mittwoch, Apr 7 2010 

Dr. Wolfgang Benz, "Historiker" und Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung

Dr. Wolfgang Benz, "Historiker" und Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung

Unter dem dialektisch anmutenden Titel Widerstand im Exil — Exil als Widerstand gibt es eine Arbeit des umstrittenen Antisemitismusforschers Wolfgang Benz. Es wäre sicher ungerecht, wenn man die darin aufgeführten Personen als Vaterlandsverräter bezeichnen würde. Aber deren Tätigkeit im Ausland als „Widerstand“ einzuordnen, ist schlicht unredlich — zumal es dort ja keinerlei Gefahren für sie gab! Zu kritisieren ist auch sein undifferenziertes Schönreden der deutschtümelnden Revolution von 1848, die schließlich auch vom Nationalsozialismus hochgejubelt (siehe hier und hier) wurde. Hier wenigstens ansatzweise zwischen Licht und Schatten zu unterscheiden müßte bei ihm als „Historiker“ doch eigentlich ein innerer Drang sein. An sich ein Armutszeugnis für die Gedenkstätte Deutscher Widerstand, daß man diese Arbeit in das Publikationsverzeichnis aufgenommen hat.

Über die Ehrfurcht Montag, Apr 5 2010 

Über die EhrfurchtVon Otto Heuschele

So vielen Menschen der Zeit mangelt die Ehrfurcht, sagte jüngst während einer abendlichen Unterhaltung mein Freund, als wir uns um die Deutung der Gegenwart mühten. Mir fiel dieser Satz auf die Seele, und ich hätte gerne sogleich widersprochen, aber das wagte ich doch nicht. Der Ausspruch indessen gab mir Veranlassung, darüber nachzudenken, was denn nun in einem genaueren Sinne das Wort Ehrfurcht aussagen wolle, gehört doch dieser Begriff zu denen, die wir so leicht im Munde führen, ohne uns darüber Rechenschaft zu geben, was wir damit aussagen. Und ich glaube, nichts ist für uns gefährlicher, als wenn wir Begriffe, die auf Großes und Erhabenes hindeuten, gedankenlos gebrauchen. Da ist mir denn auch ziemlich rasch klar geworden, daß mit diesem Worte eine sehr eigentümliche deutsche Haltung des Gemütes umschrieben wird. Indem ich mich der entsprechenden Begriffe im Bereiche der fremden Sprachen zu erinnern versuchte, wurde mir klar, daß den anderen Nationen ein auch nur ähnlich weitreichender Begriff fehlt, daß sie vor allem damit keine Haltung bezeichnen, die so in die Tiefen des Gemütes reicht, wie unsere Ehrfurcht. Sie kennen, wie wir, die Verehrung und die Achtung, die aus dem lateinischen reverentia, dem französischen révérence, vénération und respect, dem englischen reverence spricht. Sie kennen aber, wie mir scheint, nicht die so enge Verflechtung von Verehrung und Furcht, die wir mit unserem deutschen Worte bezeichnen. Diese bis tief in die Sphäre des Religiösen reichende Haltung des Gemütes ist weit mehr als nur ein Verehren, Bewundern, Achten oder Danken. Es ist wahrhaft zunächst eine Form der Furcht, die uns in dem Augenblick, da sie uns schrecken, da sie uns ängstlich und verzagt machen möchte, auch in jene Sphäre erhebt, in der uns ein merkwürdig starkes Gefühl des Trostes, der Sicherheit und Geborgenheit umgibt. Es ist eine Erhebung über uns selbst hinaus., die durch die Ehrfurcht in uns ausgelöst wird, es ist durch sie ein Anschluß möglich an Kraftquellen, deren wir nur durch die Gnade teilhaftig werden. Das Gefühl der Ehrfurcht schließt den Menschen zu einem Ganzen zusammen, wie ihm das nur noch im Zustand der Hingabe an Gott oder in dem der Liebe widerfährt.

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