Über den angeblich nicht vorhandenen deutschen Widerstand gegen das NS-Regime Mittwoch, Aug 19 2009 

Auf den Seiten von shoa.de finden sich Sechs Thesen zum Widerstand 1933-1945 von Wolf Oschlies, die dort „mit der Bitte um Kritik und Diskussion“ vorgetragen werden.

Sehr enttäuschend sind darin die Aussagen in diesen beiden Absätzen:

Es hängt also von der jeweiligen Herrschaft und ihrer umfassenden Ansprüche ab, ob eine bestimmte Verhaltensweise schon Widerstand oder noch Nonkonformismus ist. Der krasseste Fall eines umfassenden Herrschaftsanspruchs und von Verletzung kollektiver Grundrechte und individueller Menschenrechte war (in Deutschland) das NS-Regime, das an die Macht kam, weil die Weimarer Republik „keine angemessenen Vorstellungen von Widerstand entwickelt hat und deshalb den Feinden der republikanischen Ordnung von rechts unterliegt“. Von diesem Regime ließen sich die Deutschen „willig gleichschalten“, ihre „breite Anpassungs- und Folgebereitschaft“ war so ausgeprägt, daß das fehlgeschlagene Hitler-Attentat vom 20. Juli 1944 zu einem Popularitätsschub für Hitler führte.

Dem NS-Regime zu widerstehen, hätte erfordert, sich bereits den von ihm geprägten und den Menschen propagandistisch eingehämmerten Feindbildern – „November-Verbrecher“, „westliche Plutokraten“, „jüdischer Bolschewismus“, „slavische Untermenschen“ etc. – zu widersetzen. Wo dies unterblieb, schwand der Wille zum Widerstand und begann die Verstrickung ins Regime. Man hielt sich an alte oder neue Sprachkonventionen und Metaphern und entdeckte von daher Gemeinsamkeiten mit den Nationalsozialisten. Man projizierte eigene Existenznöte auf die quasi-revolutionäre NS-Rhetorik („Brechung der Zinsknechtschaft“) und erhoffte sich von Hitler eine Besserung der eigenen Lage. Industrie, Reichswehr etc. gingen „strategische Bündnisse“ mit den Nationalsozialisten ein, aus denen sie später nicht mehr herauskamen. Natürlich galt das nicht für alle, vielmehr haben viele den Weg aus der Verstrickung über die Distanz zum Widerstand gefunden. Aber es waren doch nur relativ wenige, und ihre Möglichkeiten zu Kontakt, Kommunikation und Koperation verminderten sich mit jedem Jahr. Es gab in Deutschland Widerstandsaktionen von Individuen und Gruppen gegen das NS-Regime, aber es gab keinen „deutschen Widerstand“.

Die Aussage im ersten dieser beiden Absätze, wonach „die“ Deutschen“ sich „willig“ hätten „gleichschalten“ lassen ist ebenso problematisch, wie andere vergleichbare pauschale Verallgemeinerungen. Gerade nachdem im Absatz davor noch von verschiedenen Formen des Widerstandes („Politischer Opposition“, „Gesellschaftlicher Verweigerung“, „Weltanschaulichem Dissenz“) die Rede war, entsteht hier beim Leser der völlig falsche Eindruck, als hätte es keine dieser Formen des Widerstandes gegeben.

Daß dieser Rekurs gegen „die“ Deutschen schlicht falsch ist, kann man sich anhand der Zeitungen „Der gerade Weg“ und „Weiße Blätter“ erschließen: Die erste dieser beiden Zeitungen hatte sich schon vor 1933 offen gegen die herannahende NS-Diktatur gestellt, was deren Herausgeber Dr. Fritz Gerlach im Juni 1934 denn auch mit dem Leben bezahlen mußte. Die zweite Zeitung war bis zu ihrer Einstellung 1943 wegen Papiermangels eine legale Oppositionszeitung, um die sich verschiedene Widerstandskreise scharten. Auch der Herausgeber dieser Zeitung, Karl-Ludwig Freiherr von und zu Guttenberg, bezahlte mit seinem Leben dafür.

Als Widerlegung gegen die These im zweiten dieser beiden Absätze, wonach es „keinen ‚deutschen Widerstand'“ gegeben hätte, kann man weiters auch auf diese Seite des Kulturreferats der Landeshauptstadt München verweisen, wo sich eine gut recherchierte Aufzählung von Veröffentlichungen zu dem findet, was man wirklich guten Gewissens als „deutschen Widerstand“ bezeichnen kann.

Besonders muß in dem Zusammenhang auch auf die Biographie S.K.H. Rupprecht Kronprinz von Bayern hingewiesen werden, dessen Familie im Konzentrationslager Dachau interniert war.

Weiterhin bedeutsam sind die Grundsätze des Kreisauer Kreises für die Neuordnung vom 9. August 1943. Dieser Text kann von der Kreisau-Initiative Berlin e.V. bezogen werden.

Helmuth James von Moltke vor dem Volksgerichtshof

Helmuth James Graf von Moltke vor dem Volksgerichtshof

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Therese Neumann von Konnersreuth Mittwoch, Aug 19 2009 

Unter Die Sühneseele von Konnersreuth gibt es einen Text von Dr. Erwein Freiherr von Artin zu Therese Neumann von Konnersreuth. Herausgegeben wurde der Text von Prof. Dr. Karl Otmar Freiherr von Aretin, der auch beim 1. Monarchieforum 2008 in Laufen a.d. Salzach den ausgezeichneten Vortrag über Das Scheitern der Weimarer Republik, den Widerstand der bayerischen Monarchisten gegen das NS-Regime und die Versuche zur Wiedereinführung der Monarchie in Bayern in den Jahren 1950-1952 gehalten hatte.

Neben Freiherr Erwein von Aretin berührten die Begegnungen mit Therese Neumann, deren Seligsprechungsverfahren 2005 eröffnet wurde, besonders auch Dr. Fritz Gerlich, der von Juni 1932 bis März 1933 die Zeitung „Der gerade Weg“ herausbrachte, bevor er im Juni 1934 im Konzentrationslager Dachau ermordet wurde.

Ballade vom preußischen Ikarus Sonntag, Aug 16 2009 

Im Jahr 1978 erschien der Gedichtband „Preußischer Ikarus“ von Wolf Biermann, in dem die gleichnamige Ballade zu finden ist:

Da, wo die Friedrichstraße sacht
den Schritt über das Wasser macht
da hängt über der Spree
die Weidendammer Brücke. Schön
kannst du da preußens Adler sehn
wenn ich am Geländer steh
dann steht da der preußische Ikarus
mit grauen Flügeln aus Eisenguß
dem tun seine Arme so weh
er fliegt nicht weg – er stürzt nicht ab
macht keinen Wind – und macht nicht schlapp
am Geländer über der Spree.

Der Stacheldraht wächst langsam ein
tief in die Haut, in Brust und Bein
ins Hirn, in graue Zelln

Umgürtet mit dem Drahtverband
ist unser Land ein Inselland
umbrandet von bleiernen Welln
da steht der preußische Ikarus
mit grauen Flügeln aus Eisenguß
dem tun seine Arme so weh
er fliegt nicht hoch und er stürzt nicht ab
macht keinen Wind und macht nicht schlapp
am Geländer über der Spree.

Und wenn du weg willst, mußt du gehn
ich hab schon viele abhaun sehn
aus unserem halben Land.

Ich halt mich fest hier, bis mich kalt
dieser verhaßte Vogel krallt
und zerrt mich übern Rand
dann bin ich der preußische Ikarus
mit grauen Flügeln aus Eisenguß
dann tun mir die Arme so weh
dann flieg ich hoch, und dann stürz ich ab
mach bißchen Wind – dann mach ich schlapp
am Geländer über der Spree.

Vieles darin scheint heute wieder aktuell. So wie damals die Menschen der DDR den Rücken kehrten, so verlassen auch heute wieder immer mehr unser Land. Allein im Jahr 2007 waren es über 160.000 Deutsche.

Statt des Stacheldrahts von damals frißt sich heute das Anarchisten-‚A‘ langsam ein

tief in die Haut, in Brust und Bein
ins Hirn, in graue Zelln

das dem Preußenadler auf seine kräftigen Schwingen gesprüht wurde:

Preußenadler an der Weidendammer Brücke in Berlin

Preußenadler an der Weidendammer Brücke in Berlin

Biographien des monarchistischen Widerstands Mittwoch, Aug 12 2009 

Auf den Seiten der Gedenkstätte Deutscher Widerstand gibt es ein Verzeichnis mit Biographien.

Herausragend aus monarchistischer Perspektive sind dabei die Autoren der Weissen Blätter, deren Geschichte man hier nachlesen kann.

Ausgabe der Weissen Blätter vom September 1938

Alle diese Widerständler hatten eine sehr enge Bindung zum christlichen Glauben.

Hier einige der Biographien:

Von diesen Vieren hatte nur Reinhold Schneider die NS-Diktatur überlebt. Hier ein Vortrag zum 50. Jahrestag seines Todes am 6. April 2008, in dem auch viel über sein literarisches Werk zu finden ist.

Reinhold Schneider (1903-1958)

Reinhold Schneider (1903-1958)

Mahnwache vor der iranischen Botschaft Dienstag, Aug 11 2009 

Am kommenden Samstag, den 15. August wird in Berlin vormittags eine Mahnwache vor der iranischen Botschaft sein, mit der gegen die Inhaftierung von Maryam Rostampour und Marzieh Amirizadeh Esmaeilabadim im Teheraner Evin-Gefängnis protestiert wird.

Maryam Rostampour und Marzieh Amirizadeh Esmaeilabadim

Die beiden Christinnen sind seit März dieses Jahres wegen Abkehr vom Islam eingesperrt. Ihnen droht die Todesstrafe, sollten sie den Schritt nicht rückgängig machen.

Veranstalter der Mahnwache ist die Bürgerbewegung PAX Europa zusammen mit der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte e. V.

Weitere Details unter Kundgebung vor der Iranischen Botschaft in Berlin: Religionsfreiheit ist ein Menschenrecht.

Einladung zum Monarchieforum 2009 in Hechingen Freitag, Aug 7 2009 

Die Kaisertreue Jugend lädt alle Interessenten herzlich ein zum zweiten, nun jährlich stattfindenden Monarchieforum vom 23. bis zum 25. Oktober 2009 in die Residenzstadt Hechingen.

Die Stadt, am Fuße der Burg Hohenzollern gelegen, bietet die geschichtsträchtige Kulisse für unsere diesjährige wissenschaftliche Veranstaltung.

Burg Hohenzollern

Burg Hohenzollern

Schwerpunktthema 2009 ist „Der christliche Konservativismus im Kaiserreich“.

Hierzu sprechen Professor Dr. Julius H. Schoeps (Universität Potsdam), der Vorsitzende des Bismarckbundes e. V., Herr Günter G. A. Marklein (Jever) sowie der Sprecher der Deutschen Monarchistischen Gesellschaft, Herr Henning von Normann (Zeven). Tagungsort ist die Stadthalle in Hechingen. Für Samstag, den 24. Oktober ist weiterhin eine Besichtigung der Burg Hohenzollern inklusive Führung geplant.

Wie schon beim Monarchieforum 2008 erwarten wir auch diesmal wieder internationale Gäste. So hat sich eine Delegation treu zum Hause Romanow stehender Monarchisten aus Russland angekündigt, die Samstag vormittags als Alternative zur Burgführung wohl noch einen weiteren inhaltlichen Programmpunkt gestalten wird.

Ein ausführliches Programm gibt es hier. Informationen zur Anmeldung per Post oder Email gibt es da. Der Teilnehmerbeitrag beträgt 20,00 Euro und ist mit der Anmeldung zu überweisen.