Archiv weißer Schriften Montag, Sep 28 2009 

Auf monarchieforum.org gibt es jetzt ein Archiv, in dem Schriften „weisser“ Theoretiker, historische Zeitungen und aktuelle Vorträge gesammelt und übersichtlich geordnet werden.

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Die Stephanskrone Samstag, Sep 26 2009 

Von Reinhold Schneider

Am Weihnachtstage des so gefürchteten und ersehnten Jahres 1000 empfing der junge Ungarfürst Stephan in Gran unter dem Jubel des Volkes die Königskrone, die Papst Silvester II. ihm auf sein Ansuchen gesandt hatte; er wurde mit heiligem Öle gesalbt und erhob in seiner Rechten das an einem langen Schafte befestigte Apostelkreuz, das ihm vom Papste mit der Krone übermittelte Zeichen seiner apostolischen Sendung (*). Ein neues, dem Papste und dem Glauben unmittelbar verpflichtets Königreich war geschaffen. Ende des 9. Jahrhunderts hatten die Magyaren, deren Urheimat wohl an der mittleren Wolga lag, da Land in Besitz genommen, das ihnen zur neuen Heimat werden sollte; im Jahre 955 kamen ihre Beutezüge nach Westen auf dem Lechfeld zum Stillstand. Fürst Geisa, Stephans Vater, hatte die Macht der Stammeshäuptlinge gebrochen und die einheitliche Herrschaft seines Hauses begründet; um diese Zeit kamen die Sendboten des Kreuzes, Priester des Bischofs Pilgrim von Passau und des heiligen Wolfgang von Regensburg, in das Land; sie fanden unter dem heidnischen Volke Christen, die vor zwanzig Jahren als Gefangene verschleppt worden waren. Geisa suchte mit Italien und Deutschland in Frieden zu leben; er warb am bayrischen Herzogshofe für seinen Sohn Stephan um die Fürstin Gisela, deren Bruder als Kaiser Heinrich II. den Thron des Reiches bestieg. Vom Schutzpatron von Passau hatte Stephan auch seinen christlichen Namen empfangen; er mußte, als er im Jahre 990 das Erbe des Vaters antrat, dessen Werk erhärten und aufrührerische Stammesfürsten niederwerfen; als König drang er bald nach seiner Krönung über die Theiß und nach Bulgarien vor. Dann suchte er, wie sein Vater, Frieden zu halten; er gründete die Heiligtümer seines Landes, das Benediktinerkloster auf dem Martinsberg (Pannonhalma), eine der Jungfrau und dem heiligen Adalbert geweihte Kirche in Gran, ein für bayrische Nonnen bestimmtes Kloster in Veszprém und in derselben Stadt eine dem heiligen Michael anbefohlene Kathedrale; Baumeister aus Italien und Dalmatien errichteten strenge, wuchtige Basiliken in den zehn Bischofsstädten des Landes; die Königin Gisela und ihre Frauen beschenkten die Kirchen mit Meßgewändern und Decken. Der König wies den Priestern bedeutende Aufgaben im Staate zu; er ließ Burgen auf seinen weitverstreuten Besitzungen errichten und legte Beamte in die Burgen, die über das sich ansiedelnde Volk geboten; den Beamten traten Kriegsleute zur Seite; so entstanden die Komitate. Nach dem Muster der fränkisch-deutschen Markgrafschaften gründete der König Grenzgespannschaften zur Verteidigung des Landes; er ließ Münzen schlagen in der Art der Regensburger Halbdenare Herzog Heinrichs II. und Zoll-, Fähr- und Brückengelder erheben. Alljährlich am Tage Mariae Himmelfahrt – der Gottesmutter hatte er sein Land und Volk unterstellt – hielt er Gerichtstag in Stuhlweißenburg; ein jeder Ungar, gleich welchen Standes und Ranges, konnte vor ihm erscheinen und Recht fordern. So verlieh der König seinem Lande und Volke Gestalt und Aufgabe, das vollkommen Neue einpflanzend, aber nicht ohne Rücksicht auf die Überlieferung und überkommene Bindungen, friedfertigen Geistes, aber zum Kampfe bereit. Da nach dem Todes seines Schwagers, des heiligen Kaisers Heinrich II., der Salier Konrad II. den Anspruch der Karolinger auf die Provinz Pannonien wieder aufnahm und mit seinen böhmischen Vasallen gegen Ungarn zog scheiterte er an der Kriegsmacht Stephans des Heiligen. (mehr …)

Nationalsozialismus war genuine Weiterentwicklung des Sozialismus Samstag, Sep 26 2009 

Aus einer Renzension von 2004 zu Friedrich August von Hayeks Werk Der Weg zur Knechtschaft (1944):

Für Hayek ergibt sich daraus, dass es alles andere als provozierend ist, darauf aufmerksam zu machen, dass der Nationalsozialismus dem Sozialismus so ziemlich alles verdankt und dass es zum Beispiel kaum eine Stelle in Hitlers „Mein Kampf“ gebe, die nicht auch schon von einem überzeugten englischen Sozialisten vertreten worden wäre. Wenn „die bewusste Organisierung der Arbeit in einem Gesellschaftssystem zu einem bestimmten Zweck“ die Formel kollektivistischer Systeme ist, dann fallen ideologische Sekundärrechtfertigungen um so mehr ins Auge, als sie dem unvoreingenommenen Betrachter Sand in die Augen streuen wollen. „Es kommt ziemlich auf dasselbe hinaus, ob die Relativitätstheorie als ein ,semitischer Angriff auf die Grundlagen der christlichen und nordischen Physik’ hingestellt oder deshalb bekämpft wird, weil sie sich ,im Widerspruch zum dialektischen Materialismus und zur marxistischen Lehre’ befinde“.

Von Hayek argumentiert, daß alle Spielarten des Faschismus Weiterentwicklungen des Sozialismus waren.

Die Folgerung in Bezug auf den Niedergang der Weimarer Republik ist, daß sie am Kampf zweier Arten von Sozialismus zugrunde ging: NSDAP und KPD.

Von Hayek gilt als Vordenker des Neoliberalismus, dessen Theorien die Debatten der frühen Bundesrepublik maßgeblich beeinflußten.

Friedrich August von Hayek (1899-1992)

Friedrich August von Hayek (1899-1992)

Grenadiermarsch „Fridericus Rex“ Freitag, Sep 25 2009 

Zum Bündnis zwischen Osmanischem Reich und Deutschem Kaiserreich während des Ersten Weltkrieges Freitag, Sep 25 2009 

Großherzogin Elisabeth von Oldenburg

Großherzogin Elisabeth von Oldenburg

Aus der Buchbesprechung zu „Zwischen Orient und Ostsee. Die Reisetagebücher der Großherzogin Elisabeth von Oldenburgin der Islamischen Zeitung:

Bemerkenswert scheint mir zu sein, dass das deutsche Kaiserreich tatsächlich als einzige europäische Großmacht an einem Erhalt und einer gewissen Stabilisierung des Osmanischen Reiches interessiert war. Allerdings darf man nicht den Fehler machen zu glauben, die Deutschen taten das völlig selbstlos oder aus idealistischen Beweggründen. Sie wollten das Osmanische Reich letztlich im Kampf gegen die britische Vorherrschaft zwischen Nordafrika und Indien als Partner an ihrer Seite haben, wobei sie selbstverständlich davon ausgingen, dass Deutschland der bestimmende Teil dieser Verbindung sei. Um 1900 war der Höhepunkt der imperialistischen europäischen Politik erreicht, da kann dieses arrogante Denken nicht verwundern. Der deutsche Einfluss im Osmanischen Reich erscheint allerdings subtiler, es ging nicht um koloniale Erwerbungen, sondern – eigentlich sehr modern und aktuell – um Absatzmärkte für deutsche Waren und somit einen starken indirekten Einfluss.

Trotzdem Thomas Weinberg, der laut diesem Artikel Mitarbeiter der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg ist, sich mit der Verwendung des ja von Lenin zu Zwecken der Propaganda erfundenen Etikettes „imperialistisch“ in kritische Nähe zu Kommunisten begibt, hat er in der Sache hier wohl nicht Unrecht.

Das tragische Bündnis zwischen Osmanischem und Deutschem Reich war eine Folge der Adaption wirtschafts-liberaler Elemente in die Außenpolitik für die besonders das Britische Empire als Vorbild diente.

In der Übertragung dessen auf heute kann man sagen, daß man sich schwer tun wird, gleichzeitig globalistisch-liberal zu argumentieren und die Genozide an den christlichen Völkern auf dem Gebiet des Osmanischen Reiches von damals während des Ersten Weltkriegs ehrlichen Herzens zu betrauern. Die globalistisch-sozialistische Haltung wird dadurch freilich kaum besser, aber sie erscheint – vor diesem Hintergrund – dann wohl als das kleinere Übel.

Türkisches Massaker in Armenien (ca. 1916): 600.000 bis 1,5 Millionen Opfer

Türkisches Massaker in Armenien (ca. 1916): 600.000 bis 1,5 Millionen Opfer

Exkursion nach Detmold Mittwoch, Sep 23 2009 

Am 1. August 2009 veranstaltete die Kaisertreue Jugend eine Exkursion in die Residenzstadt Detmold mit einer Wanderung zum Hermannsdenkmal im nahen Teutoburger Wald.

Am Vormittag besuchte unsere Gruppe das fürstliche Residenzschloß zu Detmold dessen reiche Ausstattung beeindruckte. Im Schloß lebt bis heute die Familie Lippe-Biesterfeld, die bis 1918 das kleine Fürstentum Lippe-Detmold regierte und bis heute ein hohes Ansehen in der alten Residenzstadt genießt. Die harmonische historische Altstadt mit der alten reformierten Hauptkirche, dem klassizistischen Rathaus und den zahlreichen Fachwerkbauten bestach uns ebenso wie die reizvolle Landschaft des Teutoburger Waldes. Ergreifend war für alle Teilnehmer der Blick auf das – 1838 – 1875 durch den Franken Ernst von Bandel erbaute – Hermannsdenkmal, welches wir besichtigten und von dessen Aussichtsplattform wir den Blick in die herrliche Landschaft genossen. (mehr …)

„Preußens Gloria“ auf dem Roten Platz in Moskau Samstag, Sep 19 2009 

Wandlungen der Staatsführung am Vorabend der französischen Revolution Samstag, Sep 19 2009 

Von Dr. Hans Kall

Recht und Macht unterliegen in jedem politischen Verband einem vielfachen Wandel ihrer gegenseitigen Beziehungen. Die germanischen Begriffe subjektiver Herrschaftsberechtigung und Herrschaftsteilnahme gerieten in der Völkerwanderung in stürmische Verwirrung und was sich davon erhielt, wurde im werdenden Mittelalter durch den christlichen Amts- und Pflichtgedanken objektiviert. Das Recht stand seitdem für alle Vorstellungen über Volk und Herrscher und diese leiteten daraus ihre Pflicht zu gehorchen und zu herrschen ab. Herrscher und Beherrschte standen einander in sittlicher Verantwortung gegenüber, da sie beide an eine objektive Sittlichkeit glaubten. (mehr …)

85 Jahre nach der Prophezeiung Samstag, Sep 19 2009 

Wie steht es heute um den „Untergang des Abendlandes“?

1923 erschien Oswald Spenglers berühmtestes Werk erstmals in der Gesamtausgabe und scheint seither ungebrochen aktuell zu sein. Zeit für eine Bestandsaufnahme, ob sich seine Prognosen seither bewahrheitet haben.

Um zu verstehen, warum Spengler das Abendland im Untergang begriffen sah, muss man seine Geschichtsphilosophie als ganzes begreifen. Seine unter anderem von Nietzsches ewiger Wiederkehr des Gleichen und Eduard Meyers Zyklentheorie inspirierte Weltsicht sieht alle Kulturen der Welt einen der Form nach gleichen Rhythmus durchlaufen: Sie entstehen als eine Laune der Natur, zeichnen sich in ihrer Frühzeit durch eine intensive metaphysische Schaffensphase aus, welche dann im Herbst der Kultur erstarrt, woraufhin Machtpolitik und Eroberungskriege Religion und Philosophie ablösen. Im letzten Stadium verkommt jede Kultur zur weltstädtischen Zivilisation, welche mit Transzendenz und Tradition nichts mehr anfangen kann, gegenüber ihrem eigenen kulturellen Erbe gleichgültig ist und schließlich von anderen, jüngeren Kulturen verdrängt wird.

Spengler sah das Abendland zu Beginn des 20. Jahrhunderts kurz vor diesem letzten Abschnitt. Die kreative Schaffensphase in Kunst und Religion, das naturnahe Dasein hatte es längst hinter sich, die großen philosophischen Systeme konnten auch nicht mehr erweitert werden. Analog zur Antike sah Spengler daher das Zeitalter des Cäsarismus aufkommen, in dem nicht mehr die Gedankenwelt Sokrates‘, sondern der Eroberungsdrang Gaius Julius Cäsars herrschen würde. Die Ereignisse ab 1933 schienen diese Strukturanalogie zu bestätigen, wenngleich Spengler selbst, der den Lauf der Dinge für unaufhaltsam hielt und seinen Zeitgenossen ansonsten riet, ihr Schicksal bejahend anzunehmen, dem Nationalsozialismus bis zu seinem Tod 1936 mit starken Vorbehalten gegenüberstand.

Die Endphase der Kultur des Abendlandes, in der diese endgültig verwelke, sah er für den Zeitraum bis 2200 vor. Die Zivilisation, bereits befreit von den religiösen und traditionalen Wurzeln, die den Zusammenhalt der Kultur kennzeichneten, vegetiert nun dahin, bis sie schließlich von anderen Kulturen abgelöst wird. Die Vorbereiter dieser Ablösung sind die weltbürgerlichen Pazifisten, die zur eigenen Kultur keinen Bezug mehr haben, anderen aber wiederum in deren aggressiver Expansion nicht entgegentreten wollen. Die „Weltverbesserer“, erkannte Spengler schon damals, bewirken die Abdankung des eigenen Volkes innerhalb der Geschichte „zugunsten anderer“ – „Der Weltfrieden ist jedesmal ein einseitiger Entschluss“ (S.782). Spengler führt an dieser Stelle aus, wie sich die hochzivilisierten Römer aufgrund ihrer mangelnden Verteidigungsbereitschaft der eigenen Kultur aus der Geschichte verabschiedeten und den germanischen Heerkaisern das Feld überließen. Auch aus anderen Kulturkreisen führt er Beispiele dafür auf, wie eine Kultur in ihrer Spätphase, die sich weltbürgerlich gibt und von Krieg nichts wissen will, von anderen Kulturen überrollt wird, die sich ganz und gar nicht weltbürgerlich geben und Krieg sehr wohl für eine Option halten.

Seit einigen Jahrzehnten sind wir nun Zeuge der letzten Phase des Abendlandes, die Spengler zwar größtenteils richtig beschrieb, die allerdings in ihrem Zeitablauf etwas straffer zu passieren scheint als es der Philosoph in den Zwanzigern für realistisch gehalten hat. Exakt strukturanalog zu den Abdankungen anderer Kulturen vor der abendländischen entwickelte sich in Europa Schritt für Schritt nach den Auflösungen der theologischen Systeme und der Hinterfragung aller Tradition eben dieser weltbürgerliche Geist, der das Ende jeder Kultur einläutet: Ein durchrationalisiertes Dasein, welches das Individuum als einzigen Bezugspunkt hat und nach Glück und Spaß strebt, zeitlos für den Augenblick lebt, gleichzeitig für den Erhalt der eigenen Kultur keine rationalen Kriterien mehr findet und folgerichtig darauf verzichtet. Dieser Zeitgeist glaubt, die Welt werde sich seinem Individualismus, Rationalismus und Ökonomismus anpassen, und alle würden in einer derartigen Weltkultur aufgehen. Dass es nur er selbst ist, welcher sich selbst auflöst, und die anderen Kulturen um ihn herum gar nicht daran denken, fällt ihm bis zu seinem Verschwinden nicht einmal auf.

Spengler war der Ansicht, der Lauf der Dinge lasse sich nicht ändern. Er forderte daher wie Nietzsche ein „dionysisches Ja-sagen“ zum eigenen Schicksal. Ob Sie, liebe Leser, damit einverstanden sind, bleibt Ihnen selbst überlassen.

Oswald Spengler: Der Untergang des Abendlandes. Albatros Verlag [C.H. Beck]

Quelle: Kassandra / Mai 2008

Weisse Blätter jetzt als PDF im Netz Freitag, Sep 11 2009 

Bei Scribd.com gibt es jetzt einen Stapel von 18 Ausgaben der Weissen Blätter als digitalisierte PDFs.

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