Zu den Vergewaltigungen deutscher Frauen durch die Rote Armee Samstag, Feb 27 2010 

Der Spiegel berichtet anläßlich einer Buchveröffentlichung erstaunlicherweise über Massenvergewaltigungen durch die Rote Armee. Das Fazit läßt sich so zusammenfassen, daß die Deutschen allesamt selbst schuld gewesen seien. Im Focus gab es 2009 einen Artikel, der dieses Zerrbild nicht gelten läßt. Grundlage für den Artikel waren u.a. die Forschungsergebnisse der englischen Historikerin Catherine Merridale.

Die Rote Fahne über Berlin (1945)

Die Rote Fahne über Berlin (1945)

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Der geistige Weg zur französischen Revolution Freitag, Feb 26 2010 

Der geistige Weg zur französischen Revolution. Von Hans E. Friedrich

Das System des rousseauschen Jakobinismus, mit dem Deutschland sich seit 150 Jahren auseinandersetzt, hat seinen Ursprung in Genf, nicht nur, weil Rousseau Genfer war, sondern auch insofern, als es sich an den Calvinismus anlehnt. Dieses System Rousseaus und der französischen Revolution wirkt sich in der nationalen Politik Frankreichs und in der internationalen Europas bis heute aus.

Die Grundthese des exaltierten Jakobinismus unter Robespierre lautete: Wer nicht für uns ist, ist gegen uns; wir sind Frankreich, wer also gegen uns ist, ist gegen Frankreich; er löst sich aus der französischen Nation, ist somit ein Staatsfeind und wird ausgerottet. Die Grundthese des gemäßigten Jakobinismus lautet: wer Franzose sein will, kann Franzose sein; wer für uns ist, hat die Chance, Mitglied der großen Nation zu werden; wenn wir ein Land erobern und seine Bürger erklären sich für uns, so gehört es zu Frankreich; denn jeder Mensch hat das Recht, über sich und seine Zugehörigkeit zu dieser oder jener Nation zu bestimmen, so wie er das Recht besitzt, im Staate selbständig mitzuregieren. Hinzu kommt die missionarische Überzeugung, daß es für jeden Menschen, welcher Nationalität er auch sei, das höchste Glück bedeuten müsse, der französischen Nation anzugehören. Mit diesem Schlachtruf wechselte einst – eine Rede Dantons war das Fanal – aus der Defensive in die Offensive und mit ihm eroberte Napoleon halb Europa und bot ihm das Glück, französisch zu werden.

Maximilien de Robespierre (1758-1794)

Maximilien de Robespierre (1758-1794)

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Nepal: Repressionswelle gegen Monarchisten nach Verfassungsreferendum Donnerstag, Feb 25 2010 

IMC: Nach einem Apell der monarchistischen Parlamentspartei Rastrya Prajatantra Party Nepal (RPP-N) strömten am 22. Februar tausende nepalesischer Monarchisten nach Kathmandu. Die Demonstranten, die sich für eine von zwei Millionen Unterzeichnern unterstütze Volkspetition für ein Verfassungsreferendum einsetzen, besetzten das Zentrum der nepalesischen Hauptstadt und brachten sie so zum Erliegen.

Berichten zufolge kam es zu zahlreichen Zusammenstößen, bei denen Hunderte festgenommen worden sein sollen. Nach den uns vorliegenden Berichten soll es sich um bis zu 600 Bürger handeln. Unter den Festgenommenen befinden sich Führer und Repräsentanten der RPP-N.

Nepalesen setzten sich für die konstitutionelle Monarchie ein

Nepalesen setzten sich für die konstitutionelle Monarchie ein

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Käßmann: Das Ende der Verständnis- und Empörungskultur? Donnerstag, Feb 25 2010 

Nach dem Rücktritt von Frau Dr. Käßmann gibt es hier einen lesenswertern Kommentar.

So viel Staub wie der Fall Käßmann aufgewirbelt hat, könnte er eine Art Zeitenwende einleiten.

Reinigendes Gewitter

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Böhmen in der Geschichte Mitteluropas Dienstag, Feb 23 2010 

Von Georg Widenbauer

Böhmen ist im Herzen Europas ein einzigartiges Naturbollwerk. Als ein ungemein reich ausgestattetes Beckenland liegt es da, auf allen Seiten von Gebirgen wie von Mauern umschlossen, deren trennende Wirkung in früheren Zeiten durch tiefe undurchdringliche Urwälder noch erhöht wurde, die zum Teil heute noch bestehen. So bildete es die stärkste „Ringwallfeste“, die „Zitadelle“ Mitteleuropas und schien deshalb von vorneherein zur natürlichen Grundlage eines Staates, ja durch die ihm vorlagernden Glacisländer geradezu zur Bildung eines Staatensystems bestimmt.

Kaiser Karl IV. (1316-1378)

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Perestroika auf amerikanisch? Dienstag, Feb 23 2010 

Zu allen Zeiten und in allen Gesellschaften hat es tabuisierte Themen gegeben. Wer die Schuld auf sich lädt, sich dennoch mit solcherlei Fragestellungen zu befassen, wird mit Flüchen überschüttet und mit peinlichen Befragungen konfrontiert. Zu Zeiten Tertullians wußte man noch, daß es törischt und gedankenlos ist, sich über die Existenz häretischer Lehren zu wundern und zum positiven Umgang mit ihnen geraten: Statt sie mit Feuer und Schwert zu bekämpfen, sollten sie als Herausforderung begriffen werden und als Gelegenheit zur Bewährung dessen, was die eigene Überzeugung eigentlich lehrt. Wäre es so gesehen also gerade die harte Hand der kirchlichen Inquisition, die für das rasende Wüten moderner Ideologien im Europa des 20. Jahrhunderts verantwortlich war, weil sie deren Hervorbrechen so lange so erfolgreich verhinderte? Wenn jedenfalls die Geschichte etwas lehrt, so ist es dies, daß die Mißachtung kritischer Stimmen und deren dumpfe Unterdrückung noch jedesmal zu schlimmen politischen Fehlern geführt haben.

Obama

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Weiterer Monarchist im Iran verhaftet Montag, Feb 22 2010 

RW: Als grauenhafte Fortsetzung nach der Hinrichtung zweier Monarchisten, hat die Islamische Republik Iran den 26-jährigen Omid Dana, einen Bewunderer des letzen Schahs, verhaftet.

Omid Dana

Omid Dana

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Der fromme Herzog Montag, Feb 22 2010 

Von Reinhold Schneider

Die erschreckenden Gerüchte, die am vergangenen Abend noch den Herzog erreicht hatten, bestimmten ihn doch nicht, seine Reise abzubrechen: im Hause des Amtsmanns, der einem seiner abseitigsten, im Thüringer Walde versteckt liegenden Ämter vorstand, hatte der Landesherr, nachdem er, wie es seine Gewohnheit war, zwei der vier brennenden Kerzen ausgelöscht, den aus Gotha gesandten Bericht seines getreuen Kanzlers Avemann durgelesen, aus dem zum erstenmal, ebenso plötzlich wie furchtbar, das Gesicht gegen das Reich heranstürmender Türkenheere aufstieg. Zwar hatte Avemann nur von Gerüchten geschrieben: aber er war zu gewissenhaft, als daß er leeres Gerede wiedergegeben oder ein überprüftes Gerücht verschwiegen hätte; das nach dem Dreißigjährigen Kriege völlig erschöpfte Reich, in dem auch die in langen Erfahrungen geschulte kaiserliche Militärmacht nur ein geringes Ansehen behauptete, mußte als eine leicht zu erringende Beute vor den Angreifern liegen; und waren erst die kaiserlichen Lande überrannt, so lag Deutschland, von den Händen unzähliger Herren und Gewalthaber zerfetzt, durch den Glaubenszwist bis ins Innerste zerspalten, wehrlos da, und ein Elend, vor dem das Grauen der eben abgezogenen dreißig Jahre vielleicht noch als ein glücklicher Zustand erscheinen konnte, mußte heraufziehen. Aber es war eben diese Erwägung, daß dann nicht nur Leib und Leben und alles ererbte Gut, auch nicht das Bekenntnis, sondern der Glaube an Christus selbst untergehen würde, die den Herzog wieder mit Vertrauen erfüllte; er konnte nicht glauben, daß Gott diese Vernichtung des Heils geschehen lassen und dem Leben selbst und dem gebrachen entsetzlichen Opfern ihren Sinn nehmen würde. Also hatte er am Morgen getröstet das Haus des Amtsmanns verlassen: sollten die ersten Gerüchte sich bestätigen, so mußten alle erdenklichen Abwehrmaßnahmen unverzüglich ergriffen werden, ob auch der Türke erst gegen die ungarische Grenze störmen mochte; bis zum Eintreffen neuer Nachrichten blieb vielleicht noch ein Tag; und da der Herzog höchst ungern einen seiner lang durchdachten Pläne durchbrach, so entschloß er sich, das letzte Dorf, das für die Inspektionsreise vorgesehen war, noch zu besichtigen, und am Abend, oder in der Nacht, früher als er es sich vorgenommen, in Gotha zu sein, wohin der Befehl an den Kanzler ergangen war, den Herrn auch zu spätester Stunde im Schloß zu erwarten.

Ernst der Fromme (1601-1675)

Ernst der Fromme (1601-1675)

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Vom nationalen Dünkel Montag, Feb 22 2010 

Von Iwan Iljin

Aus dem Tagebuch eines Patrioten

Daß der Mensch sein Vaterland liebt und seinem Volke die Treue hält, ist natürlich, würdig und gut. Wie dürfte es anders sein? Wie könnte es anders werden? Er gleicht dem Baum, der seine Erdscholle mit allen Wurzeln umklammert, aus ihr seine Nahrung holt und sie nur dann verläßt, wenn ihm die Wurzeln abgehauen werden. Er gleicht dem Sohn, der sein Bestes von seiner Mutter erhalten hat – Leben, Gesundheit und die Kraft seines Geistes – und also die Substanz seiner Mutter in sich trägt. Zwischen dem Patrioten und seinem Vaterland besteht eine geheimnisvolle geistige Identität, so daß der Patriot sein „Land“ in sich trägt und das „Land“ im Patrioten sein schaffendes Organ behauptet.

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Die letzten Jahre des Prinzen Eugen Sonntag, Feb 21 2010 

Von Reinhold Schneider

In der engsten Beziehung um Wirken eines Mannes in der Geschichte steht die Geschichte seines Innern; sie schafft zu einem Teil die Voraussetzungen seiner Tat und wird von der Tat wieder weiter geführt, einem Ziele zu, das wir nicht kennen und das vielleicht doch mit Bezug auf die Persönlichkeit das wesentliche Anliegen der Geschichte ist. Was gäben wir darum, wenn wir die innere Geschichte des Prinzen Eugen erzählen könnten! Aber auf die Frage nach dieser Geschichte hat uns die Forschung bisher noch keine ausreichende Antwort gegeben oder geben können. Mit so manchen Helden seines Ranges und Trägern ebenbürtigen Ruhmes birgt sich Eugen im Schweigen; ungewöhnlich ist die Leuchtkraft dieses Ruhmes, seltener vielleicht noch seine Reinheit. Eugen könnte als einer der wenigen Helden erscheinen, die unter der Führung der Gnade vom Anfang ihres Wirkens an das rechte Ziel, den rechten Dienst erwählt haben und ihnen treu geblieben sind. Wohl konnten sich auch solche Männer in der Wahl der Mittel vergreifen, in der Einschätzung der Kräfte und Möglichkeiten verrechnen, während aber ihre Zeitgenossen sich von der Strömung der Ereignisse ziehen ließen, blieben diese wenigen selbst; ihr Ziel veränderte sich nicht ob sie nun von ihm abgetrieben oder ihm entgegengetragen wurden. Der Lohn wird nicht gleichgültig, aber er blieb dem Tun untergeordnet; Undank konnte schmerzen, doch nicht beirren, und auf keine Weise könnte sich die Nachwelt schlimmer am Gedächtnis dieser Männer versündigen, als wenn sie sich zu ihrem Anwalt machte und in ihrem Namen Vorwürfe aussprechen würde, die sie beharrlich unterdrückt haben, so nahe sie ihnen gewesen sein mögen.

Prinz Eugen von Savoyen

Prinz Eugen von Savoyen (1663-1736)

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