Umfrage: Groß- und Kleinschreibung in der persönlichen Anrede Donnerstag, Apr 29 2010 

Deutsche Rechtschreibung

Immer mehr Leute — darunter auch einige mit höherer Bildung — gehen dazu über, das „Du“ in der Anrede nicht mehr groß, sondern klein („du“) zu schreiben. Sofern damit nicht ein Mangel an persönlichem Respekt zum Ausdruck gebracht werden soll, läuft dieser Trend auf eine Verarmung der deutschen Schriftsprache hinaus.

Das Dilemma im Alltag mit solchen Kleinschreibern ist, daß man ja nicht wissen kann, aus welchem Grund die Anrede klein geschrieben wurde: wollte er damit seine Geringschätzung zum Ausdruck bringen oder ist er der Auffassung, daß dieses Kleinschreiben eine Art von Fortschritt sei.

Wollte man das herausfinden, müßte man sich die Blöße geben, direkt zu fragen, was mit dieser klein geschriebenen Anrede gemeint war. — In der Praxis wird das aber ja kaum jemand tun.

Wie empfindet Ihr es, wenn Euch jemand im Internet mit klein geschriebenem „du“ anredet?

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Schicksalstag 1914 Freitag, Apr 23 2010 

Von Dr. Kurt Jagow

In den Vormittagsstunden des 28. Juni 1914 krachten in Sarajewo, der Landeshauptsadt von Österreich-Ungarns Provinz Bosnien, zwei Schüsse: ein junger Mann serbischer Nationalität hatte den Thronfolger der Doppelmonarchie uns seine Gemahlin niedergestreckt. Diese Schüsse haben das Signal zum Weltkriege gegeben.

Wie ist es dazu gekommen?

Österreichische Zeitung vom 1914 zum Attentat

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Flucht vor dem Licht Donnerstag, Apr 22 2010 

Von Iwan Iljin

Es ist nicht mehr als das Vorurteil, daß jedes Wesen — der aufgehenden Sonne harrt und sich auf das dämmernde Tageslicht freut. Es gibt auch solche Geschöpfe, die das Licht scheuen und bei Sonnenhelle erblinden, die für die Nacht geboren sind, die sich vor dem Licht verkriechen und die Finsternis genießen. Der Adler öffnet sein Auge der Sonne entgegen; aber der Nachtaffe versteckt sich in seine Baumhöhle, und die Katzeneule hockt den Tag über in ihrem dunklen Ruinenloch.

So gibt es auch unter den Menschen solche, deren Blick nur geistige Nacht verträgt, nur im Einerlei der geistigen Finsternis zur Ruhe kommt und mit verkrampftem Auge jedem göttlichen Lichtstrahl begegnet. Der Eine frohlockt wenn er etwas Göttliches wahrnimmt, sei es in der Natur, oder im Menschen oder in den Räumen der übersinnlichen Schau. Der Andere fühlt sich dadurch geblendet und beunruhigt, und möchte überhaupt nichts mehr davon wissen …

Sonnenfinsternis

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Religionspolitische Sprecherin der bayerischen Grünen Ulrike Gote nicht mehr tragbar Mittwoch, Apr 21 2010 

Nach einem Artikel des Focus behauptet die religionspolitische Sprecherin der bayerischen Grünen Frau Ulrike Gote, daß „der bayerische Ministerpräsident eine Art Vetorecht bei der Ernennung eines Bischofs habe“ und fordert mit Bezug auf das Konkordat des bayerischen Staates mit dem hl. Stuhl von 1924 den bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer auf, dies „jetzt in dem Sinne (zu) nutzen, dass er seine Zustimmung für den Bischof zurückzieht“.

In diesem Konkordat ist aber nirgends von der Notwendigkeit einer „Zustimmung“ des Ministerpräsidenten die Rede. Der hl. Stuhl soll die bayerische Regierung zwar konsultieren, hat aber „volle Freiheit“ (Art. 14. § 1) bei der Ernennung von Erzbischöfen und Bischöfen. Davon, daß das Konkordat eine nachträgliche Rücknahme der „Zustimmung“ ermöglichen würde, kann also überhaupt keine Rede sein.

Ulrike Gote (Grüne)

Ulrike Gote (Grüne)

Auf der Basis muß man Frau Gote wohl als Lügnerin bezeichnen, die als religionspolitische Sprecherin nicht mehr tragbar ist.

In Memoriam Dienstag, Apr 20 2010 

Von Reinhold Schneider

Wir können der Toten dieses Krieges nicht gedenken, ohne uns der Toten des ersten Weltkrieges wieder zu erinnern. Da es unser Schicksal ist, Zeugen zweier Kriege zu sein, so ist es unsere Aufgabe, niemanden zu vergessen; kein neuer Schmerz soll den alten auslöschen. Alle, die wir betrauern, sind an derselben Stelle gefallen, wo die letzte Hingabe des Persönlichen gefordert wurde; alle haben dasselbe Beispiel gegeben und dieselbe Forderung gestellt. Das Ethos des Lebens und Sterbens in der Geschichte verändert sich nicht. So möchten wir diese Blätter, die dem Andenken eines Toten des ersten Weltkrieges gelten, als ein Zeichen des Dankes an die Toten dieses Krieges bringen dürfen, namentlich auch an die Toten aus unserem Kreise; wir werden unseren Mitarbeiter Dr. Hanns Früchtl und alle, die Anteil an unserer Arbeit nahmen und schon dahingegangen sind, niemals vergessen; sie bleiben in unserem Gedächtnis mit allen verbunden, die uns teuer waren, diesselbe feste Hoffnung steht über ihrer aller Andenken.

Soldatenfriedhof in Frankreich

Soldatenfriedhof in Frankreich

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Bischof Walter Mixa: Über Gebrauch und Mißbrauch erzieherischer Gewalt Dienstag, Apr 20 2010 

SteinigungIm Zusammenhang mit der Mediendebatte um Bischof Mixa will ich etwas aus meiner eigenen Kindheit erzählen: Meine Mutter hat mich und meine Schwester tatsächlich nie geschlagen — mit einer einzigen(!) Ausnahme: ich war in der ersten Klasse und bin mit meiner zwei Jahre älteren Schwester über eine Strecke von gut drei Kilometern auf einer vielbefahrenen Bundesstraße mit dem Rad in einen entfernteren Ort gefahren. Grund war, daß wir eine Lehrerin besuchen wollten, was uns bzw. eigentlich meiner Schwester irgendwie eingefallen war. Als wir dort waren wurden wir ordentlich bewirtet und riefen auch daheim an — wohl weil die Lehrerin gar nicht auf unseren Besuch vorbereitet war und sich daher bei unseren Eltern erkundigen wollte, wie es denn käme, daß wir unangemeldet diese lange und gefährliche Strecke gefahren sind; unsere Mutter hatte aber gar nichts davon gewußt! Bis zu dem Zeitpunkt dachten wir uns überhaupt nichts Böses und sind diese Strecke dann sogar auch wieder zurückgefahren. Daheim gab es dann aber ein riesiges Donnerwetter, bei dem uns unsere Mutter auch richtig versohlt hatte … (mehr …)

Die Wirklichkeit des Glaubens Montag, Apr 19 2010 

Die Wirklichkeit des GlaubensVon Reinhold Schneider

„Und alsbald schrie des Kindes Vater mit Tränen und sprach: Ich glaube, lieber Herr: hilf meinem Unglauben!“ Markus 9, 24

Wenn der Sinn der schweren Schicksale, in deren Bereich die Welt gelangt ist, darin besteht, daß die letzten Werte ihren Bestand erweisen sollen, so ist jede Besprechug dieser Werte von Übel. Wer glaubt, erörtert die Grundsätze seines Glaubens nicht, er stellt sie allenfalls durch sein Leben dar; wer nicht glaubt, verteidigt seine Stellung nicht dadurch, daß er den Glauben in Frage stellt: er ist den Beweis schuldig, daß ein sinnvolleres Leben möglich ist ohne Glauben und kann nur durch den erbrachten Beweis seine Stellung halten. In seinem Buche „Vom südlichen Blütenlande“ erzählt der chinesische Philosoph Dschuang Dsi von dem König von We, der über den Fürsten von Tsi wegen eines Vertragsbruch ergrimmte und ihn erdolchen lassen wollte. Der Kriegsminister hörte von dieser Asicht, „schämte“ sich ihrer und riet zum Kriege; ein anderer Minister verwarf diesen Rat und empfahl den Frieden als Grundlage der Weltherrschaft; der Kriegsminister bringe nur Verwirrung hervor; man dürfte ihn nicht hören. Aber erst der dritte Minister führte den König auf den richtigen Weg mit den Worten: „Wer tüchtig zu reden weiß darüber, daß man den Staat Tsi angreifen solle, der schafft Verwirrung; wer tüchtig zu reden weiß darüber, daß man ihn nicht angreifen soll, der schafft ebenfalls Verwirrung. Und wenn einer behauptet, daß ihn angreifen oder nicht angreifen Verwirrung schaffe, der schafft auch Verwirrung.“

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Zur Medienkampagne gegen Bischof Walter Mixa Montag, Apr 19 2010 

Der Augsburger Bischof Walter Mixa und Claudia Roth, die Führerin des zeitgenössischen Neuheidentums

Der Augsburger Bischof Walter Mixa und Claudia Roth, die Führerin des zeitgenössischen Neuheidentums

Der Schweizer Medienunternehmer Frank A. Meyer bringt heute bei Cicero, dem „Magazin für politische Kultur“, einen Kommentar zur aktuellen Medienkampagne gegen den Augsburger Bischof Walter Mixa. Vorderhand scheint diese sich zwar nur gegen die Römisch-Katholische Kirche zu richten, letztlich zielt sie aber ebenso gegen evangelische Christen. Man muß aber nicht mal Christ sein, um zu erkennen, daß sich der Autor besser entschieden hätte, ob er nun lustig sein will oder tatsächlich etwas sagen möchte. Beides zugleich geht eben nicht und normalerweise sollte man Kommentare, die schon mit populistisch auf die Kirche projezierten Versatzstücken der Genderideologie beginnen, erst gar nicht zu Ende lesen.

Dennoch: Herr Meyer hat richtig erkannt, daß die sog. „vierte Macht“ im Staate sehr deutliche Gelüste zeigt, künftig bei der Benennung und Absetzung von Bischöfen entscheidend mitreden zu wollen — das Stichwort „Investiturstreit“ bringt er selbst — und so die Domäne der Mediokratie auszuweiten. Denn daß die Süddeutsche Zeitung wegen ein paar dummen, möglicherweise sogar verdienten Ohrfeigen nie einen derartigen Zirkus veranstalten würde, ist nun wirklich für jeden offenbar. Daher wird sich Frank A. Meyer auch damit abfinden müssen, daß Bischöfe in der Römisch-Katholischen Kirche allein vom Papst ernannt und abgesetzt werden. Das neuheidnische Fräulein Claudia Roth hat nicht mal ein Mandat hier mitzureden, solange sie nicht offiziell als Gegenpäpstin inthroniert wurde.

Diskriminierung von „Ossis“ kein Verstoß gegen das AGG Freitag, Apr 16 2010 

Nach einem Urteil des Arbeitsgerichts Stuttgart stellt die Ablehnung einer aus der ehemaligen DDR stammenden Stellenbewerberin keine Diskriminierung gemäß Antidiskriminierungsgesetz dar. Ostdeutsche seien kein eigener Volksstamm und könnten sich in solchen Fällen nicht auf das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz berufen, teilte das Gericht am Donnerstag mit. Unter ethnischer Herkunft sei mehr zu verstehen als nur regionale Herkunft. Die Klägerin hatte ihre Bewerbungsunterlagen mit dem Vermerk „kein Ossi“ zurückbekommen.

Abgelehnt wegen ostdeutscher Herkunft

Abgelehnt wegen ostdeutscher Herkunft

Dieses Urteil könnte nun zu einer Änderung des im August 2006 zur Umsetzung einer EU-Richtlinie erlassenen Gesetzes führen.

Polen wehrt sich gegen Präsidenten-Beisetzung in Königsgrab Donnerstag, Apr 15 2010 

Seit gestern wehrt sich Polen gegen die Beisetzung seines bei einem Flugzeugabsturz in Rußland vor wenigen Tagen ums Leben gekommenen polnischen Präsidenten Kaczynski. „Wawel gehört den Königen“ und „Wawel vor Schändung bewahren“ steht auf ihren Transparenten.

Grablege König Kasimirs II. in Wawel

Grablege König Kasimirs II. in Wawel

Manchmal sorgen tragische Zufälle für Wendungen, die niemand hätte vorhersehen können. Vielleicht leitet diese Mißachtung der Würde der polnischen Könige nun ja die Restauration ein?

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